
Der Seeburger See liegt ca. 20 km östlich von Göttingen und kann über Seeburg oder Bernhausen erreicht werden. Neben dem Segelsport wird hier auch noch geangelt und gebadet. Ein Rundwanderweg lädt zu einer ca. einstündigen Wanderung ein.
Hier ein Blick auf den See in Richtung Harz, der im Hintergrund auch zu sehen ist. Das Vereinsgelände befindet sich leicht rechts von der Bildmitte.

Eckdaten:
Länge: ca. 1000 m
Breite: ca. 800 m
Tiefe: 0,5 - 3,5 m
Wasserfläche: ca. 80 ha
Volumen: ca. 1,8 Mio m3
Höhe ü.N.N.: 157 m
Die Entstehung des Seeburger Sees
Vor rund 10.000 Jahren bewirkten Salzauslaugungen im tieferen Gestein den Einbruch einer Senke, aus der sich ein Niedermoor entwickelte. Weitere Geländevertiefungen führten zur Bildung des Seeburger Sees und weitere Feuchtgebiete in der Umgebung (Seeanger und Lutteranger).
Im Zeitraum zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert besaß der See durch die erwähnten tektonischen Absenkungen seine größte Ausdehnung. Früher hieß er nur der ‘große See bei Bernshausen’. Zum ersten Mal wird er im Jahre 1807 nach Seeburg benannt.
Historische Nutzung
Der Seeburger See gehört heute katastermäßig zu 2/3 der Wasseroberfläche nach Bernshausen und zu 1/3 nach Seeburg. Vor der Verschmelzung der Realgemeinden waren die Rechte am See oft ungeklärt. Sie wechselten häufig den Besitzer.
Der See spielte in der Geschichte von Bernshausen eine große Rolle. Neben den Landesherren hatten viele Personen ein Nutzungsrecht, ein sogenanntes Achtwort, welches ihnen erlaubte, auf dem See zu fischen. Die Kirche von Bernshausen besaß gleich drei Achtworte, welche sie allerdings weiter verpachtete.
Die Fischer beider Seeorte bildeten eine Gilde, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1571 belegt. Die Fischer der Gilde mußten u.a. Abgaben liefern. Die letzten Achtwortinhaber verkauften ihre Achtworte an die Realgemeinden.
Die Fischer waren an besondere Verträge gebunden, Bestimmungen über die Art der Fanggeräte, größe der Netzmaschinen, Fischtage, Schonzeiten, Laichzeiten und Lieferungen an das Amt.
Die Aue, der Abfluß, wurde ebenfalls verpachtet. Die Aale und Krebse die man fing, wurden insbesonder in Göttingen und Duderstadt verkauft.
Jahre später wurde der See auch zu Schwimmen, Segeln, Rudern, und Schlittschuhlaufen genutzt. Seit 1970 steht der See auch dem Segelsport zur Verfügung.
Der Seeburger See als Segelrevier

Der Seeburger See liegt geographisch im Übergangsbereich von der norddeutschen Tiefebene zu dem Mittelgebirgsraum. Entsprechend sind auch die Windverhältnisse.
Die überwiegende Zeit des Jahres wird das Wetter von den meist durch die Deutsche Bucht laufenden Tiefdruckwirbeln mit den dazugehörigen Fronten beeinflußt. Hierbei wechseln sich Warmfronten mit südlichen Winden und Kaltfronten mit westlichen und nördlichen Winden ab. Der Wind dreht jeweils von Süd über West nach Nord.
Diese Winde sind zum Segeln gut geeignet, sie wehen meist mit einer Stärke von 2-5 Windstärken. Der Wind wird bei diesen Richtungen lediglich in der Ecke des Seeburger Freibades abgedeckt. Ansonsten kann er ungestört über den See streichen. Bei Regatten läßt sich insbesondere bei West- und Nordwestwinden ein relativ großes und wenig durch Abdeckungen gestörtes Dreieck auslegen. Die Segelverhältnisse sind dadurch fast vergleichbar mit berühmten Segelrevieren. So ist der Wind meist nur eine Windstärke schwächer als am Steinhuder Meer.
Dies ist auch eine Folge der umliegenden Landschaftsformationen. Der See ist Teil der Goldenen Mark, einer relativ flachen Mulde mit sehr gutem Ackerboden. Dies ermöglicht eine intensive landschaftliche Nutzung. Seit der Verkoppelung Anfang des Jahrhunderts und der Flurbereinigung ist die Landschaft sehr ausgeräumt und bietet dem Wind wenig Widerstand.
Neben diesen typischen Westwindwetterlagen, die meist windig und leider oft auch regnerisch sind, finden sich öfter auch Ostwind- und Hochdruckwetterlagen. Im Winter und Hochsommer laufen bisweilen die Tiefdruckgebiete auch südlich, z.B. im Mittermeerraum.
Hierbei wird Norddeutschland und damit auch der Seeburger See Teil der kontinentalen Luftzonen. Der Wind weht dann, teilweise auch über mehrere Wochen, von Osten. Im Winter ist es dann sehr kalt und man kann auf dem See Schlittschuhlaufen; im Sommer hingegen sehr warm. Der Wind ist dann meist relativ stark und böig. Das Segeln ist daher sehr interessant und anspruchsvoll. Der Bereich um den Aueausfluß wird durch die dortigen Baumgruppen stark abgedeckt.
Bei Hochdruckwetterlagen mit teilweise geringen Luftdruckunterschieden ist es relativ Windstill. Diese Schönwetterlagen kommen nur im Hochwinter und Hochsommer vor. Das Segeln wird dann vor allem von thermischen Winden ermöglicht. Von aufsteigenden „Warmluftblasen“ über der Feldmark verursachte kleine Windstriche erlauben ein beschauliches Segeln.
Ein interessantes Phänomen bei reinen Westwindwetterlagen sei noch erwähnt. Parallel zum Leinetalgraben verläuft über viele Kilometer als relativ hoher Sperrriegel von Nord nach Süd der Göttinger Wald. Dies führt zu Staubildungen mit relativ viel Regen auf der Göttinger Seite, zu vergleichsweise trockenerem und auch wärmeren Wetter auf der Seeburger Seite. Dadurch können in der Goldenen Mark Pflanzen wie z.B. Tabak wachsen, für die es in Göttingen schon zu kalt wäre. Dieses Phänomen hat, wenn auch im kleineren Rahmen, Ähnlichkeit mit dem Fön der Alpen.
Landschaftsschutz und Naturschutz am Seeburger See




