505er Fortgeschrittenen-Training in Neustadt/Ostsee
Mai 2009
505er Fortgeschrittenen-Training in Neustadt/Ostsee 9.-10.5.2009
Konrad Barop und Andreas Jungclaus von der 505er Klassenvereinigung haben gerufen – und 17 Teams kamen zum 505er-Training in die Neustädter Bucht.
3 Trainer standen mit Motorbooten bereit, uns unsere Grenzen aufzuzeigen: Axel Priegann, Volker Niediek und Jens Findel, allesamt Spitzensegler. Doch zunächst ging es raus aus dem kleinen Hafen an der Ostsee, vorbei an einer Mole und an der Marine und hinaus auf die „offene See“. Salzgeschmack und richtige Wellen und erst am Horizont ein Streifen Land! Dazu Sonnenschein und ein moderater Wind – auch er kam wie gerufen. Ein traumhaftes Ambiente, auch wenn sich der Blick im folgenden wieder auf das Boot richten mußte.
Es wurde in drei Gruppen trainiert. Zunächst war Manöverkloppen dran, besonders konzentriert natürlich, wenn eine Kamera in der Nähe war. Beim Segeln am Wind und den Wenden haben wir denn auch eine recht gute Figur abgegeben, abends beim Filmegucken. Doch die Halsen! „Spibaum etwas nach Luv!“ löste bei uns schon Diskussionen aus, wie das denn gehen soll. Spisetzen und –bergen: ging nicht!
Mein Steuermann Michael Köritz geriet immer mehr unter Verdacht, mit den Unterschenkeln die Spischot in eine der zahlreichen Klemmen zu drücken, die zwar genau dafür vorgesehen sind; aber eben nicht jetzt! Also: Spi halb hoch, mehr geht nicht, gucken, wo es klemmt und dann die Frage: wer hat die Schot schon wieder belegt? Die Lösung kam mit 40 PS von achtern. Axel Priegann: „So geht das doch nicht, Leute!“ Und dann folgte der Marinedrill: jeden Handgriff hat er im folgenden angesagt (es waren überraschende dabei) und jede Position der Mannschaft vorgegeben und die ganze Choreografie in Zeitlupe durchführen lassen. Die Aufgaben zwischen dem Mann am Lenker und mir wurde völlig neu verteilt, hier mußte ich mal mit der linken Hand zupacken, dort die Sitzposition ändern und der Steuermann war gehalten, die nach hinten geführten Spischotbarber auch wirklich zu bedienen und selbst die Fock war plötzlich Teil seines Aufgabenbereichs. Das ich an Backbordbug den Spibaum mit der rechten Hand einfach rausdrücken kann: ich wäre nie von selber drauf gekommen. Das heutzutage der Schotte bei schwachem Wind vorne in Lee sitzt und der Steuermann in Luv den Überblick hat; es ist gewöhnungsbedürftig. Und trotzdem: es war unsere erste perfekte Halse, keine Unruhe im Boot, nichts lief unrund, der Spi verschwand nicht luvseitig zwischen Fock und Mast und keine Schot war nach der Halse unklar. Jetzt müssen wir es „nur“ noch verinnerlichen.
Die Mittagspause am ersten Tag haben Michael und ich genutzt, auf Kreuzfahrt in die Lübecker Bucht zu starten. Hier galt das Interesse vor allem dem Trimm und den Möglichkeiten, die das neue Boot bietet. Die Fockholepunktverstellung nach oben/unten hat einen enormen Einfluß auf die Düse zwischen Fock und Groß, ist im Moment aber nicht über eine Skala reproduzierbar. Die Markierung für die Fockschot: wir haben lange diskutiert, wo sie sitzen muß. Holepunkte oben/unten, innen/außen, Fock auf/zu. Alles muß bedacht werden, damit die Markierung immer zwischen 1 und 10 auf der ab Werk angebrachten Skala sitzt. Dann haben wir uns getraut und die Markierung aufgebracht...beim nächsten Versuch nehmen wir eben einen roten Edding!
Am zweiten Tag waren Geschwindigkeitsvergleiche an der Kreuz angesagt, doch zeigte sich, dass die Bootsgeschwindigkeiten und die gelaufenen Höhen zu unterschiedlich waren, um wirklich vergleichen zu können. Ein „Farewell-Race“ mit up-and-down-Kurs beendete das Training. Wir sind als erste hinter dem Pfadfinder gestartet und mußten bestätigt sehen, das, wer schnell segelt, schnell in die verkehrte Richtung segelt. Rechts war besser und der Pfadfinder kam mit Riesenvorsprung an der ersten Luvtonne an. Es reichte aber noch zu einem Platz in der ersten Hälfte.
Das Home Race war ein Halbwindskurs unter Spi. Wir haben eine Privatböe erwischt und sind – sehr weit hinten sitzend/stehend, den Bug weit aus dem Wasser – im Neustädter Hafen erst durch die Marine gestoppt worden. Fast jedenfalls...
Fazit des Trainings: fortgeschritten ist unser Alter. Ansonsten hilft nur üben, üben, üben.
Konrad Barop und Andreas Jungclaus von der 505er Klassenvereinigung haben gerufen – und 17 Teams kamen zum 505er-Training in die Neustädter Bucht.
3 Trainer standen mit Motorbooten bereit, uns unsere Grenzen aufzuzeigen: Axel Priegann, Volker Niediek und Jens Findel, allesamt Spitzensegler. Doch zunächst ging es raus aus dem kleinen Hafen an der Ostsee, vorbei an einer Mole und an der Marine und hinaus auf die „offene See“. Salzgeschmack und richtige Wellen und erst am Horizont ein Streifen Land! Dazu Sonnenschein und ein moderater Wind – auch er kam wie gerufen. Ein traumhaftes Ambiente, auch wenn sich der Blick im folgenden wieder auf das Boot richten mußte.
Es wurde in drei Gruppen trainiert. Zunächst war Manöverkloppen dran, besonders konzentriert natürlich, wenn eine Kamera in der Nähe war. Beim Segeln am Wind und den Wenden haben wir denn auch eine recht gute Figur abgegeben, abends beim Filmegucken. Doch die Halsen! „Spibaum etwas nach Luv!“ löste bei uns schon Diskussionen aus, wie das denn gehen soll. Spisetzen und –bergen: ging nicht!
Mein Steuermann Michael Köritz geriet immer mehr unter Verdacht, mit den Unterschenkeln die Spischot in eine der zahlreichen Klemmen zu drücken, die zwar genau dafür vorgesehen sind; aber eben nicht jetzt! Also: Spi halb hoch, mehr geht nicht, gucken, wo es klemmt und dann die Frage: wer hat die Schot schon wieder belegt? Die Lösung kam mit 40 PS von achtern. Axel Priegann: „So geht das doch nicht, Leute!“ Und dann folgte der Marinedrill: jeden Handgriff hat er im folgenden angesagt (es waren überraschende dabei) und jede Position der Mannschaft vorgegeben und die ganze Choreografie in Zeitlupe durchführen lassen. Die Aufgaben zwischen dem Mann am Lenker und mir wurde völlig neu verteilt, hier mußte ich mal mit der linken Hand zupacken, dort die Sitzposition ändern und der Steuermann war gehalten, die nach hinten geführten Spischotbarber auch wirklich zu bedienen und selbst die Fock war plötzlich Teil seines Aufgabenbereichs. Das ich an Backbordbug den Spibaum mit der rechten Hand einfach rausdrücken kann: ich wäre nie von selber drauf gekommen. Das heutzutage der Schotte bei schwachem Wind vorne in Lee sitzt und der Steuermann in Luv den Überblick hat; es ist gewöhnungsbedürftig. Und trotzdem: es war unsere erste perfekte Halse, keine Unruhe im Boot, nichts lief unrund, der Spi verschwand nicht luvseitig zwischen Fock und Mast und keine Schot war nach der Halse unklar. Jetzt müssen wir es „nur“ noch verinnerlichen.
Die Mittagspause am ersten Tag haben Michael und ich genutzt, auf Kreuzfahrt in die Lübecker Bucht zu starten. Hier galt das Interesse vor allem dem Trimm und den Möglichkeiten, die das neue Boot bietet. Die Fockholepunktverstellung nach oben/unten hat einen enormen Einfluß auf die Düse zwischen Fock und Groß, ist im Moment aber nicht über eine Skala reproduzierbar. Die Markierung für die Fockschot: wir haben lange diskutiert, wo sie sitzen muß. Holepunkte oben/unten, innen/außen, Fock auf/zu. Alles muß bedacht werden, damit die Markierung immer zwischen 1 und 10 auf der ab Werk angebrachten Skala sitzt. Dann haben wir uns getraut und die Markierung aufgebracht...beim nächsten Versuch nehmen wir eben einen roten Edding!
Am zweiten Tag waren Geschwindigkeitsvergleiche an der Kreuz angesagt, doch zeigte sich, dass die Bootsgeschwindigkeiten und die gelaufenen Höhen zu unterschiedlich waren, um wirklich vergleichen zu können. Ein „Farewell-Race“ mit up-and-down-Kurs beendete das Training. Wir sind als erste hinter dem Pfadfinder gestartet und mußten bestätigt sehen, das, wer schnell segelt, schnell in die verkehrte Richtung segelt. Rechts war besser und der Pfadfinder kam mit Riesenvorsprung an der ersten Luvtonne an. Es reichte aber noch zu einem Platz in der ersten Hälfte.
Das Home Race war ein Halbwindskurs unter Spi. Wir haben eine Privatböe erwischt und sind – sehr weit hinten sitzend/stehend, den Bug weit aus dem Wasser – im Neustädter Hafen erst durch die Marine gestoppt worden. Fast jedenfalls...
Fazit des Trainings: fortgeschritten ist unser Alter. Ansonsten hilft nur üben, üben, üben.




