SVSS Jugend: Deutsche Jüngstenmeisterschaft IDJüM-Teeny
Juli 2008
Am nächsten Tag mussten wir dann auch schon morgens zu den Vermessungen und dreimal Mast legen und wieder setzen und noch das Boot wiegen lassen usw... Naja, das zog sich dann halt die ersten zwei Tage hin. Nebenbei waren wir schon ein paar Mal auf dem Wasser segeln - zwischen ganz großen Booten auf unseren kleinen Teenys um uns ein bisschen an den Wind zu gewöhnen.
Am Sonntag brachten wir unsere Boote bei etwa drei Windstärken und nach einer Stunde Startverschiebung um 10 Uhr auf das türkis glänzende Wasser des Bodensees, um zum Practice Race zu starten. Gestartet wurde ohne die Flagge India, weshalb es in der letzten Minute nicht ganz so viel Chaos mit den 61 Booten an der Startlinie gab, und man nicht ganz so bedacht darauf sein musste, ja nicht über die Linie zu fahren, und bei dem relativ schwachen Wind es nicht noch einmal zu schaffen um die Tonne zu fahren. Nachdem wir also unsere ersten Erfahrungen in so einem großen Regattafeld mehr oder weniger erfolgreich abgeschlossen hatten, wurden die Boote wieder abgebaut und dann ab ins kühle Nass - von der glühenden Sonne erholen. Abends noch ein bisschen unterhalten, Karten spielen, warten bis sich das Zelt abgekühlt hat und schlafen gehen.
Wie sich später herausstellte, war anscheinend nie vor 10 Uhr auch nur ein Windhauch auf dem Bodensee bemerkbar, weshalb auch am Montag, dem ersten Wettfahrttag wieder eine Stunde Startverschiebung angekündigt wurde. Also hieß es noch mal Boote durchchecken, relaxen, abwarten und Cornies essen bis Wind kommt. Als dann endlich der Startschuss kam, schoss die Wettfahrtsleitung prompt eine der Flaggen durch, welche sie am Abend bei den Bildern des Tages noch hunderte Male zeigte. Aber nichts desto trotz segelten wir bei immer schwächer werdendem Wind noch drei Wettfahrten. Bei dem dritten Lauf kamen aber nur noch 17 Boote durchs Ziel, da dieses nach einer halben Stunde geschlossen wurde, danach so gut wie gar kein Wind mehr war und man eigentlich nur noch durch die riesigen Wellen der Fähren vorwärts kam. Mit diesem somit sehr ärgerlicher Lauf für die meisten segelten wir zurück zum Steg oder besser gesagt wurden zurück geschleppt, weil keiner mehr voran kam. Dort angekommen wurden die Boote schnell an Land gebracht, eine Kleinigkeit gegessen und dann erst mal ins Wasser gesprungen, wo man auch nicht mehr so schnell wieder herauskam, weil man ständig wieder reingeworfen wurde. Abends gab es die erste Ziehung in der Tombola, in der am Ende der Woche alle Teams etwas gewonnen haben sollten, und die Tagessieger geehrt wurden. Für den nächsten Tag war wieder wenig Wind angesagt, was uns nicht gerade motivierte, da dass für unser Gewicht auf dem Teeny ja nicht so sonderlich vorteilhaft ist. Also wurden auch nur zwei Laufe gestartet und einer davon abgebrochen. Am Abend, vor dem Essen wurden wieder 20 Segelnummern in der Tombola und zehn für Wasserski laufen am nächsten Tag gezogen. Gespannt hörten wir wer gezogen wurde und Gregor und Lukas freuten sich schon längst, als schon die vorletzte Nummer vorgelesen wurde und Cynthia nur noch zu mir sagte: ”Bei dem Glück, das wir immer haben, werden wir ja eh nicht gezogen.” Und... die letzte Nummer lautet: ”697.” Wir lachen so sehr, dass ich nur noch so eben: “Ceck in!”, herausbekam und dann weiterlachen musste. So konnten wir uns alle Vier umso mehr auf das Wasserski fahren freuen. Den Mittwoch als Ruhetag auszuwählen stellte sich dann auch als sehr positiv heraus, da echt totale Flaute war. Also konnten wir beruhigt unser Glück auf den Skiern versuchen, was sehr lustig aber nicht wirklich leicht war. Eigentlich konnten wir nur noch auf einen windigeren Donnerstag hoffen, doch am Morgen sah es nicht so viel versprechend aus. Nach unserer, mittlerweile schon gut bekannten, Stunde Startverschiebung, wurde aber doch noch geschossen und schon befanden sich wieder alle 61 Teenys auf dem Bodensee. Die Windstärke lag wieder bei 2-3 Bft, und nach dem zweiten Start wurde es wesentlich weniger, sodass dieser Lauf abgebrochen werden musste, da die Boote keine 2 Knoten mehr erreichten. Für den Nachmittag war allerdings, zu unserer Hoffnung wieder mehr Wind angesagt und die Startverschiebungsflagge hing auch noch, bis aus dem angesagten Wind plötzlich eine Gewitterwarnung wurde, wobei das Gewitter am Ende doch erst nachts kam, was uns dann wiederum etwas ärgerte. Doch das sollte nicht lange anhalten. Am nächsten Morgen war zumindest schon mal an Land Wind, doch die Startverschiebung sollte nicht ausbleiben, denn an der Luvtonne war er noch nicht beständig. Doch als die Stunde um war, nahm der Wind beständig zu und erreichte bis zu 6 Windstärken in den Böen, also echt bedenklicher Sturm für den Bodensee... das ganze wurde aber leider wieder nach zwei Wettfahrten wegen erneuter Gewitterwarnung abgebrochen, wodurch wir dann nur einen Streicher hatten. Aber durch die zwei Läufe konnten wir zumindest noch ein bisschen was rausholen, während wir bei 2-3 Windstärken echt keine Chance hatten. Auf jeden Fall hat das am Ende noch mal richtig Spaß gemacht, als die Leichten, die vorher verhältnismäßig viel zu gut waren, wenn man von der Rangliste ausgeht kenterten, und wir mühelos auf Halbwind Spi weitersegeln konnten, und mal keine Nachteile durchs Gewicht hatten. Zu guter Letzt wurde uns noch eine Protestverhandlung angehängt, allerdings schienen die beiden keine Ahnung zu haben , wie man ein Protestprotokoll ausfüllt und wann man protestiert, sie uns vorher an der Leetonne hochgeluvt hatten, und die anderen auch noch Tonneninnenraum haben wollten, obwohl sie an er Leetonne kein Recht darauf haben, und wir komplett verkeilt zwischen den beiden Booten lagen und nur noch´ nen bisschen weitersegeln wollten, um wegen eines anderen Bootes zu kringeln. Dieser Tag war der letzte Wettfahrtstag und Schweizer Nationalfeiertag, somit im ganzen Land Feuerwerk. Wir hatten es uns zwar noch ein wenig gigantischer vorgestellt, aber es war schon ganz schön. Am Samstagabend, wegen diesem Feiertag später gelegt, war noch die Siegerehrung, davor verpackten wir die Boote und machten alles soweit abreisefertig, dass wir uns am Sonntagmorgen auf den Heimweg machen konnten.
Bilder auch auf: www.teeny-kv.de
Jana Hilliges






